Factoring gegen die Auswirkungen von Basel III

Kredit und Factoring

Die Veröffentlichung von Basel III durch die Europäische Kommission erschwert vor allem die Finanzierung für kleine und mittelständische Unternehmen. Factoring als Alternative zur Bankfinanzierung gewinnt dadurch zunehmend an Bedeutung.

Für Unternehmen mit geringem Eigenkapital ist die Unternehmensfinanzierung häufig an Bankkredite gekoppelt. Durch Basel III, bei dem es um die Kapitalausstattung der Banken geht, haben sich jedoch die Kreditkonditionen für Firmen mit einem mittleren bis negativen Rating massiv verschlechtert denn:

  • Kredite sind deutlich teurer geworden
  • Banken sind weniger risikofreudig
  • Zusätzliche Sicherheiten notwendig
  • Fristen für die Finanzierung wurden verlängert

Dies führte dazu, dass in den letzten Jahren verstärkt bankalternative Finanzierungsformen nachgefragt wurden. Dabei konnte speziell das Factoring ein deutliches Wachstum verzeichnen. Der Factoring-Markt in Deutschland wächst kontinuierlich zweistellig.

Was aber bedeutet Factoring genau? Beim Factoring wird eine Forderung mit allen Rechten und Pflichten an den sogenannten Factor verkauft. Damit geht auch das Forderungsausfallrisiko zu 100% auf den Factor über. Bei Ankauf zahlt Ihnen der Factor i.d.R. sofort 90% des Rechnungsbetrages aus. Die restlichen 10% erhalten Sie sobald der Kunde die Rechnung beglichen hat – spätestens aber nach 120 Tagen.

Factoring-Gesellschaften unterliegen der BaFin-Kontrolle, müssen aber nicht zwingend über eine Vollbanklizenz verfügen. Schließlich handelt es sich bei Factoring auch nicht um ein Kreditgeschäft, sondern um einen Kaufvertrag über den Forderungsbestand eines Unternehmens. Aus diesem Grunde sind Factoring-Unternehmen auch nicht an die Richtlinien von Basel III gebunden. Da sich beim Factoring die Risikobetrachtung vom Factoring-Kunden zum Debitor verschiebt, ist Factoring auch bei „schlechteren Bonitäten“ und sogar Restrukturierungsfällen oder Firmenübernahmen möglich.

Welche konkreten Vorteile bietet mir Factoring als Unternehmer?

  • Verlagerung des Ausfallrisikos zu 100% auf den Factor
  • Teils deutlich niedrigere Kosten als beim Kontokorrentzins
  • Bankenunabhängige Finanzierung – Minderung der Abhängigkeit von der Hausbank
  • Keine Sicherheiten erforderlich
  • Akquisition von Kunden mit langen Zahlungszielen möglich
  • Zusätzliche Liquidität kann Skontoerträge generieren
  • Bilanzverkürzung und damit u.U. ein verbessertes Rating
  • Rückführung von Bankkrediten möglich (evtl. Verringerung von Sicherheiten)
  • Nachfolgeregelung kann finanziert werden

Durch Factoring erfolgt die Finanzierung zielgerichteter und damit effektiver als traditionelle Bankfinanzierungen.

Offenes oder stilles Verfahren

Beim Factoring wird zwischen dem offenen und dem stillen Verfahren unterschieden. Beim offenen Verfahren wird der Kunde über den Verkauf an den Factor informiert. Die schuldbefreiende Zahlung erfolgt an den Factor.
Beim stillen Verfahren erfährt der Kunde vom Forderungsverkauf nichts und die Zahlung erfolgt weiterhin auf Ihr Konto. Erst wenn das Zahlungsziel massiv überschritten ist (60 – 90 Tage nach Fälligkeit), wird der Factor aktiv und geht auf den Schuldner mit abgestimmten Maßnahmen zu – auf sensible Kundenbeziehungen wird dabei selbstverständlich Rücksicht genommen.
Das Mahnverfahren kann bei beiden Verfahren bei Ihnen bleiben. Somit haben Sie weiterhin volle Transparenz der Kundenbeziehung.

Sollten Sie Fragen zum Thema Factoring haben, kontaktieren Sie bitte unsere Experten Jörg Peters (PetersJ@schunck.de) und Marcel Herzog (HerzogM@schunck.de).

OSKAR SCHUNCK GmbH & Co. KG
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